Zino Wey

JUGEND OHNE GOTT

von Ödön von Horváth
in einer Fassung von Zino Wey und Gwendolyne Melchinger

Premiere 25. November 2018 Kammertheater, Staatsschauspiel Stuttgart

Mit      Marco Massafra, Robert Rožić, Celina Rongen, Sebastain Röhrle, Julian Lehr,
            Daniel Fleischmann
Regie   Zino Wey
Bühne  Davy van Gerven
Kostüme Veronika Schneider
Musik  Ziggy Has Ardeur
Licht   Rüdiger Benz
Dramaturgie Gwendolyne Melchinger
Krampftraining Dörte Jensen


Den Glauben an eine Zukunft kennt die Jugend ohne Gott nicht. Den Aufbruch in eine Welt, in der es sich zu leben lohnt, auch nicht. Was zählt, ist die Gegenwart, die Macht des Stärkeren, Wettbewerb und Selektion. Am Leben bleibt, wer Autorität, Angst, Gewalt und Nihilismus ertragen kann. In diesem totalitären System zeichnet Horváth die Geschichte eines Lehrers, der in einen Konflikt gerät zwischen der Welt, wie sie ist, und wie sie sein sollte, zwischen den Schülern, ihrer Verrohung und Kälte, ihrer Sehnsucht und Einsamkeit und sich selbst. Die Situation spitzt sich zu, als auf einer Klassenfahrt, in einem Zeltlager zur militärischen Erziehung, ein Schüler ermordet wird. Die Fragen nach Schuld, Verantwortung und Gerechtigkeit werden immer drängender, lassen den Lehrer nicht mehr los und zwingen ihn schliesslich zum Handeln.

Jugend ohne Gott ist der dritte Roman des österreichisch-ungarischen Dramatikers Ödön von Horváth (1901–1938), den er kurz vor der Machtübernahme Hitlers schrieb und der 1937 veröffentlicht wurde. Innerhalb eines Jahres wurde er in acht Sprachen übersetzt. 1938 setzten ihn die Nationalsozialisten wegen seiner „pazifistischen Tendenzen“ auf die „Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“ und verboten ihn.


Fotos: Julian Baumann 


Built with Berta.me