Zino Wey

X

von Alisatir McDowall (DSE)


Premiere 4. Mai 2018 Nationaltheater Mannheim

 Gilda Verena Buss   
 Mattie  Sabine Fürst    
 Clark  Klaus Rodewald    
 Cole  Michael Fuchs    
 Ray  Stefan Reck  

 Regie Zino Wey    
 Ausstattung Davy van Gerven  
 Musik Ziggy Has Ardeur   
 Licht Björn Klaassen
Dramaturgie Katharina Parpart    

Irgendwann in einer nicht allzu fernen Zukunft. Die Besatzung einer Raumstation befindet sich für eine Forschungsmission auf Pluto, am äußersten Rand unseres Sonnensystems, als plötzlich der Kontakt zur Erde abbricht. Da die Lebenserhaltungssysteme an Bord auf Jahrzehnte angelegt sind, bleibt der Crew nur eines: Warten. Dann spielt auf einmal die Uhr verrückt, und keiner weiß mehr, wie lange sie eigentlich schon warten: Wochen, Monate oder gar Jahre?

Konfrontiert mit der Ewigkeit, beginnen sich Erinnerungen zu relativieren, geraten Identitäten ins Wanken, lösen sich Realität und Rationalität immer weiter auf. Woher kommt die Kinderstimme? Wer hat das blutrote X an die Wand gemalt? Wer bin ich angesichts des großen Nichts? Das existentielle Vakuum an Bord entwickelt sich zu einem kafkaesken Paralleluniversum.

Über die Uraufführung 2016 in London schrieb die britische Financial Times: »Gewohnte Bezugspunkte werden außer Kraft gesetzt. Der Verlust des Zeitgefühls führt zum Kollaps kohärenter Erzählmuster, der Persönlichkeit und schließlich sogar der Sprache. Lässt man sich darauf ein, kann man sich der beklemmenden Wirkung von X kaum entziehen«. Und die New York Times urteilte begeistert: «Die Handlung von X schreibt sich im Moment ihrer Verfertigung, sodass man im zweiten Akt fast jedes Detail aus dem ersten überdenken muss … Am Schluss stellt man sich elektrisiert die Frage, wovon man da gerade Zeuge war.

Fotos: Christian Kleinert 


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